TAD-E1AX Standlautsprecher – 32.500 €

Die TAD-E1AX ist der kleinste Standlautsprecher von TAD, ist aber deutlich mehr als die um ein weiteres Bass-Chassis ergänzte ME1TX.

Die TAD-E1AX ist der kleinste Standlautsprecher von TAD, ist aber deutlich mehr als die um ein weiteres Bass-Chassis ergänzte ME1TX.
TAD-E1AX – stylischer Look, großartiger Klang
54 Kilogramm bringt die neue TAD E1AX auf die Waage, 8 kg mehr als das Vorgängermodell (E1TX). Das ist ein erster Hinweis darauf, dass TAD einige Optimierungen durchgeführt hat, um die E1AX klanglich noch besser zu machen. Darauf kommen wir noch im Einzelnen.
Nicht nur das: Mit 3 dB mehr Wirkungsgrad (88 dB) sind die Anforderungen an die Endstufen humaner als beim Vorgängermodell (85 dB, identisch zur kompakten ME1TX). Zur Erinnerung: 3 dB weniger bedeutet doppelte Endstufenleistung.
Und dann ist da noch die neue Farbe: Glossy White, Weiß Hochglanz. Zusammen mit der Leichtigkeit und Souveränität gleichzeitig ausstrahlenden Formensprache und der leicht nach hinten geneigten Schallwand ist die TAD E1AX ein Blickfang in jedem modernen Wohnzimmer. Was aber nicht bedeutet, dass dieser Lautsprecher keine raumakustischen Maßnahmen benötigt, um sein Potenzial auszuschöpfen.
Wer seine diesbezüglichen Hausaufgaben macht, wird mit einem Klang belohnt, der – typisch für TAD – Präzision mit Emotion verbindet und deshalb einfach umwerfend ist …
Optimierungen im Vergleich zum Vorgängermodell
Überarbeitung des Koaxialtreibers
Das Herzstück eines jeden TAD-Lautsprechers ist der Koaxialtreiber. Bei der TAD E1AX kommt nun der gleiche wie bei der kompakten ME1TX zum Einsatz, der wiefolgt optimiert wurde:
- Gewichtsreduzierung der 9 cm Magnesium-Membran des Mitteltöners
- Bessere Dämpfung durch verbesserte Beschichtung
- Geringere Verzerrungen via Resonanz-Optimierung des geflochtenen Drahtes, das die Schwingspule mit den Anschlüssen des
Korbrahmens verbindet (da sieht man, wie detailversessen TAD ist, wunderbar!) - Neu entwickelter verstärkter Korbrahmen, der den Luftstrom hinter der Membran optimiert
Der Hochtöner übernimmt ab 2.500 Hz. Er misst 2,5 cm und besteht aus leichtem und hochsteifem Beryllium, das in einem TAD-eigenen Verfahren „aufgedampft“ wird.

Bildliche Gegenüberstellung Alt versus Neu:


Verbessertes Bass-Chassis
Der Koax-Treiber übergibt bei 420 Hz an zwei Tieftöner mit 16 cm Durchmesser. Diese besitzen eine sogenannte MACC-Membran („Multi-Layered Aramid Composite Cone“) – mit Aramid-Fasern vorne und einem speziellen Fließ hinten (zusammen laminiert). Des Weiteren kommt der sogenannte LDMC (Linear Drive Magnetic Circuit) zum Einsatz, mit langer Schwingspule, kurzem Luftspalt und einer äußerst symmetrischen Magnetfluss-Verteilung.
Die Tieftöner der TAD E1AX entsprechen im Übrigen dem der ME1TX, auch wenn die Buchstaben anderes vermuten lassen könnten. Beide Modelle sind auf dem aktuellen Treiber-Stand dieser Serie.

„SILENT Gehäuse“
Das „SILENT“-Gehäuse der TAD E1AX besteht aus einem Gerüst und hochfesten Verstrebungen aus 180 mm Birke-Multiplex (inneres Gerüst) sowie MDF für die Außenwände. Dazu gibt es weitere Verstärkungselemente. Das Ziel liegt auf der Hand: Steifigkeit maximieren, Schwingungen minmieren.
Auch die Form des Gehäuses (Parallelogramm) sowie die effektive Anordnung schallabsorbierender Materialien zahlt auf die Minderung von Schwingungen und stehender Wellen ein.

Verbesserte Bass-Reflex-Konstruktion
Im Vergleich zum Vorgängermodell hat TAD die Port-Öffnungen von den Seiten des Gehäuses auf die Unterseite verlegt. Das sieht auch visuell von der Seite – meine Meinung – deutlich besser aus. Dank dieser Konstruktion reicht der Frequenzgang noch weiter nach unten (29 Hz laut Datenblatt, wie immer in der Realität raumabhängig), weil die Boden-Nähe Gain hinzufügt.
Da die Bassreflex-Öffnungen symmetrisch von vorne nach hinten angeordnet sind, heben sich die Kräfte, die andernfalls zu Vibrationen des Gehäuses führen würden, gegenseitig auf. Dieses bidirektionale System nennen die Japaner „ADP“: Bi-directional Aero-Dynamic.
Die Komponenten der Bassreflexöffnungen bestehen aus Aluminium-Druckgussteilen. Zusammen mit einer 10 kg schweren Stahl-Grundplatte wird die Steifigkeit im Bereich der Bassreflex-Öffnungen maximiert und der Schwerpunkt abgesenkt.
Um stehende Wellen im Inneren des Gehäuses zu reduzieren, kommt die sogenannte AFAST-Technologie zum Einsatz: Mehrere Akustikrohre, an deren Enden ein akustischer Widerstand angebracht ist, sind ins Gehäuse eingebettet zur Unterdrückung ebensolcher Wellen.

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Die Symmetrie sowie die Form der Ports sowie das Austreten des Schalls nach vorne und hinten verhindert Strömungsgeräusche und dient der Ausgewogenheit der Bass-Wiedergabe.
Noch mehr Style
Die neue Farbe Glossy White habe ich schon erwähnt, das sieht schon verdammt schick aus. Aber auch in weiteren Details wurde das Design angepasst:
- Die Neigung der Frontseite nach hinten beträgt nur noch 3 statt 5 Grad.
- Der Gitterrahmen des Koaxtreibers wurde feiner perforiert.

Die Symmetrie sowie die Form der Ports sowie das Austreten des Schalls nach vorne und hinten verhindert Strömungsgeräusche und dient der Ausgewogenheit der Bass-Wiedergabe.
Klang der TAD-E1AX
Vorab: Wer sich die TAD-E1AX gönnt, sollte sie erst mal gute 50 Stunden einspielen lassen. Danach passiert auch noch etwas, aber das ist überschaubar.
Die TAD-E1AX spielt – wenig überraschend für mich – auf einem sehr hohen Niveau. Weil sie Präzision, Impulstreue und positive Neutralität mit einem großen Schuss Emotion verbindet. Das ist die TAD-Magie, die immer wieder fasziniert.
Woran das genau liegt? Instrumente und Stimmen haben ordentlich Raum zum „Atmen“, das Ganze klingt ungeheuer frei und echt, nahbar und berührend. Der Begriff „holografisch“ ist hier wahrlich angebracht.
Die Bühne wird in der Tiefe – der Koax lässt grüßen – beeindruckend ausgeleuchtet. Da wird scharf gestellt bis in die Ecken, klasse! Die Breite fühlt sich realistisch an, sie geht etwas über die Lautsprecher hinaus. Die Loslösung der Musik von den Lautsprechern gelingt dabei vorbildlich.
Die Klangfarben sind sehr natürlich. Eine Trompete klingt direkt und je nach Stück explosiv, aber nie nervend.
Besonders beeindruckt hat mich der Bass. Die Treiber sind mit 6,5 Zoll wahrlich nicht groß: Zusammen kommen sie auf eine Membranfläche eines 9-Zöllers, wenn es ihn denn gäbe.
Die Dynamik ist trotzdem richtig gut, insbesondere der Kick geht wunderbar knackig in den Magen. Straff geht es zu, auf den Punkt. Die Transienten-Wiedergabe ist für einen passiven Lautsprecher dieser Größe überragend.
Musste ich mich wahrlich vom Hören losreißen, um meine Klangeindrücke zu Papier zu bringe? Ja. Und das ist ein verdammt gutes Zeichen …
Wie spielt die TAD-E1AX im Vergleich zur TAD-ME1TX?
Beide Lautsprecher klingen so, wie TAD klingen muss. Das Klangbild ist geprägt vom Koaxial-Treiber, seiner feinsten Durchzeichnung und Natürlichkeit, seiner frappierenden Räumlichkeit.
Und dennoch klingt die TAD-E1AX nach mehr als einem zusätzlich integrierten Bass-Chassis. Klar: Da geht mehr Pegel, und da ist mehr Wumms. Doch der Standlautsprecher spielt insgesamt souveräner, erhabener, noch gefühlt realistischer im Vergleich. Die Protagonisten gewinnen nochmals an Größe, aber auch an Kontur und Charakter. Bitte nicht wörtlich nehmen, ist „nur“ eine Empfindung von mir, die ich nicht besser in Worte fassen kann.
Interessant ist, dass sich dieser Eindruck auch bei der Kombination mit Subwoofern bestätigt – lange nicht mehr so ausgeprägt, korrekt. Aber gerade im Oberbass- und Grundton-Bereich gewinnt die TAD-E1AX noch knackiger, etwas voluminöser, plastischer, körperhafter.
Wichtig: Das bedeutet nicht, dass der Standlautsprecher in allen Räumen besser performt. In dem Moment, wo das Mehr an Bass-Power den Raum überfordert, kommen die genannten Vorzüge nicht mehr zur Geltung. Von daher kann gerade unter 25 Quadratmetern die ME1TX die bessere Wahl bleiben, über 30 Quadratmeter sieht es wieder anders aus. Und bei Subwoofer-/Bass-gemanagten Setups sieht es nochmal anders aus. Kurzum: Es schadet nicht, wenn ihr euch gut beraten lasst vor dem großen Schritt in Richtung TAD.
TAD E1AX versus TAD CE1TX
Preislich liegt die monitorhafte CE1TX mit rund 36.000 Euro leicht über der E1AX. Sie hat aber nur ein Bass-Chassis, wenn auch mit etwas größerem Durchmesser. Den Unterschied macht der Koaxial-Treiber aus, denn der ist bei der CE1TX 5 cm größer groß und spielt bis 250 Hz hinunter; dazu ist der Beryllium-Hochtöner 35 mm groß. Und genau das ist der klangliche „Vorteil“ dieses Modells, der die TAD-Stärken noch mehr zur Geltung bringt.
Wenn man Subs zur Unterstützung wählt, würde ich persönlich die CE1TX trotz Aufpreis wählen – vorausgesetzt, man kann sich mit dem Kompakt-Look anfreunden.
Passende Verstärker
Einem Lautsprecher von TAD sollte man wattstarke, hochwertige Verstärker gönnen. An meinem pow-amp 4 spielten die E1AX wunderbar. Ich bilde mir ein, dass sie vom Bi-Amping-Betrieb profitierten (Ich hatte hier rund 150 Watt an 4 Ohm anliegen). Immer wieder beeindruckend ist die Performance der Audiolab 8300 MB Monoblöcke mit MK Analogue Tuning. Für einen Preis von gut 3.000 Euro kommt ein klangliches Ergebnis heraus, dass sich mehr als hören lassen kann.

Technische Daten und Preise zur TAD E1AX
Aufstellung und Praxis
Die TAD E1AX werden mit je 3 Spikes und 2 zusätzlichen „Stützfüßen“ ausgeliefert.. Letztere verhindern, dass der Lautsprecher umkippen kann und liegen daher nicht auf dem Boden auf.
Der Standfuß ist fester Teil des Lautsprechers, man muss also wohl oder übel 54 kg die Treppen rauf- oder runtertragen, wenn man nicht ebenerdig Musik genießt.
Ein Hörabstand von 2,5 bis 4 Metern ist aus meiner Erfahrung möglich. Der Abstand zur Rückwand und zu den Seitenwänden sollte mindestens 60 cm betragen, mehr schadet nicht.
Bei der Ausrichtung empfehle ich ein gleichschenkliges Dreieck, mit ca. 1,1 bis 1,2 mal dem Abstand zwischen den Lautsprechern.
Der Koax-Treiber sollte aufs Ohr ausgerichtet werden oder minimal weiter nach außen gedreht.
Verkabelung
Die Lautsprecher besitzen hochwertige Bi-Wiring-/Bi-Amping-Terminals und ebenso hochwertige Kabel-Brücken. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass mit Bi-Wiring und entsprechenden Kabeln durchaus noch „mehr geht“. Ich habe z. B. das Viablue SC-6 Air Kabel in meiner Vorführung, das hat wunderbar gepasst, und für so einen tollen Lautsprecher darf man sich ja allein aus Prinzip ein höherpreisigeres Kabel gönnen ;-)
Verstärker
Wir haben oben die 88 dB Wirkungsgrad angesprochen. Das ist nicht sehr viel im Vergleich, aber doch deutlich mehr als bei der ME1TX und auch beim Vorgängermodell. Von daher würde ich sagen, dass man mit 50 echten Watt pro Seite schon sehr weit kommt in normalen Hörräumen. Mehr schadet definitiv auch nicht.

Wie man sieht, ist das ein Werbebild. Der Lautsprecher sieht verdammt gut aus, aber er wird in einem kahlen Ambiente wie hier leider nicht so performen wie er es anderso könnte – z. B. bei euch ...
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