Offen für mehr …
„Das wäre mein Lautsprecher, wenn es die MELO-DI in kleiner und günstiger geben würde.“ So oder so ähnlich haben sich viele Audio-Enthusiasten geäußert, nachdem sie die großen Open-Baffle-Lautsprecher von MeroVinger bei mir gehört haben.
Dem Wunsch kommen wir gern nach und präsentieren die MeroVinger MELO-DI 2. Sie hat alle klangprägenden Attribute vererbt bekommen und auch in Sachen Design eifert sie dem großen Vorbild nach – zumindest grob. Das Ganze gibt es für ca. die Hälfte des Preises, was konkret 13.500 Euro bedeutet. Nicht nur das: Auch bei der Aufstellung ist die „kleine“ Version flexibler bzw. für gängige Hörräume ab ca. 25 qm besser geeignet.
Wer sich auf digital gemangte aktive Konzepte einlässt, wer Dynamik, Natürlichkeit und Präzision liebt und offen ist für ein etwas anderes Lautsprecher-Konzept, der darf sich diese Lautsprecher gern bei mir anhören. Und staunen, was da rauskommt, insbesondere in Kombination mit Subwoofern …
Konzeption und Aufbau der MELO-DI 2
Die MELO-DI 2 ist für den Aktivbetrieb gemacht. Aber sie ist kein „in sich geschlossenes System“, mit eingebauten Amps, DSPs und dergleichen. Das bedeutet, dass man z. B. bestehende Endstufen für den Betrieb einsetzen kann. Wobei man – erster wichtiger Punkt – 4 Kanäle bedienen muss, denn das Array der Breitbänder und der Mundorf AMT bilden ein Zweiwegesystem.
In der Praxis bedeutet das, dass man einen Multichannel-Amp verwendet, z. B. von Apollon Audio oder einen Acousence pow-amp 4. Zwei Stereo-Endstufen (wie wäre es mit der Quad 303?) oder vier Monoblöcke (z. B. Audiolab 8300 MB) gehen auch. Auch ein Mix für Hochton und Mittel-Tiefton ist möglich, Ihr seht schon: Dem audiophilen Experimentier-Trieb sind hier keine Grenzen gesetzt.
Die zweite Voraussetzung für den Betrieb ist eine aktive Weiche. Kann man theoretisch analog machen (da gibt es von SPL ein schönes Gerät), aber ich empfehle eine digitale Variante, die gleichzeitig ein profesionnelles Bass Management inkl. Nachhall-Optimierung zulässt. Im Idealfall also ein Trinnov, und hier ist die Altitude CI mit 8 Kanälen (oder mehr) prädestiniert.
6 Tiefmitteltöner im „Time Array“
Das Design der MELO-DI 2 lebt von der Treiber-Anordnung der 6 Breitbänder von Tangband, die hier aber „nur“ 6,5 Zoll Durchmesser besitzen. Dieses Konzept nennt sich „Time Array“, denn es gleicht den zeitlichen Versatz der Chassis aus – auf Basis der Referenzhöhe des Treibers auf Ohrhöhe (ca. 104 cm).
Das Resultat zeigt sich zum einen im mustergültigen Phasen- und Impulsdiagramm (siehe unten), zum anderen führt es klanglich zu noch mehr Präzision und mehr Dynamik.
Mundorf AMT
Ab ca. 2.900 Hz übernimmt ein Air Motion Transformer von Mundorf – der gleiche, der auch bei der MELO-DI zum Einsatz kommt und sich in Sachen Auflösung, Musikalität und Pegel-Verträglichkeit mehr als bewährt hat.
Mit dieser ungewöhnlichen Kombination (Array + Einzeltreiber) erreicht man ein besseres Abstrahl-Verhalten: Wenn das Array anfängt zu bündeln, übernimmt der Hochtöner, der aufgrund seiner geringeren Höhe auch in der Vertikalen breiter abstrahlt.
So kommen wir insgesamt auf eine wohnraumfreundliche Lautsprecher-Höhe von 132 cm.
Verkabelung und Terminals
Die Chassis der MELO-DI 2 sind allesamt mit Mundorf Angelique verkabelt. Die Terminals sind sehr hochwertig aus Rhodium-Carbon ausgeführt, da gleiten die Bananas wurderbar hinein und halten perfekt, das ist Furutech-Feeling ;-)
Integrierte Absorber
Mit Erscheinen der MELO-DI 2 kommt auch ein neues Lack-Finish, das es künftig als Standard auch für die MELO-DI geben wird. Diese innovative Lack-Mischung erzeugt einen hochwertigen „metallischen“ Matt-Look, die Wirkung ist ähnlich wie bei eloxiertem Aluminium, darum heißen die Farben auch
- Elo-Grey und
- Elo-Black
Theoretisch kann so jede RAL-Farbe verarbeitet und aufgetragen werden. Da das Ganze aber ziemlich aufwändig ist, sind Sonderfarben-Wünsche mit einem Aufpreis von 900 Euro veranschlagt.
Die besondere Lackierung mit Metallic-Look
Mit Erscheinen der MELO-DI 2 kommt auch ein neues Lack-Finish, das es künftig als Standard auch für die MELO-DI geben wird. Diese innovative Lack-Mischung erzeugt einen hochwertigen „metallischen“ Matt-Look, die Wirkung ist ähnlich wie bei eloxiertem Aluminium, darum heißen die Farben auch
- Elo-Grey und
- Elo-Black
Theoretisch kann so jede RAL-Farbe verarbeitet und aufgetragen werden. Da das Ganze aber ziemlich aufwändig ist, sind Sonderfarben-Wünsche mit einem Aufpreis von 900 Euro veranschlagt.
Der ideale Partner für die MELO-DI 2: Subwoofer. Aber …
Open-Baffle-Systeme spielen im Normalfall nicht bis unter 40 Hz, da dann der akustische Kurzschluss einsetzt. Ausnahmen bestätigen die Regel, z. B. beim „Ripol“, aber das ist ja dann schon ein Subwoofer im eigentlichen Sinn.
In jedem Fall kann man mit der MELO-DI 2 bei der vom Hersteller vorgegebenen Basis-Entzerrung je nach Raum ca. 40-45 Hz im Bass erreichen, für manchen ist das schon ausreichend. Richtig Spaß macht es aber, wenn die letzte Oktave mit vollem Schalldruck wiedergeben wird und der Lautsprecher zudem von den schwierigsten Bass-Frequenzen (also < 100 Hz) befreit wird. So spielt er im oberen Bassbereich und darauf folgendem Grund- und Mittelton präziser. Dazu steigt die Pegelfestigkeit der Lautsprecher massiv an.
Deshalb ist die MELO-DI 2 für eine Anbindung an Subwoofer gemacht, die empfohlene Trennfrequenz liegt bei 70 bis 120 Hz – je nach Gusto, Steilheit der Filter und Raumkonzept generell. Und es sollten mindestens 2 Subwoofer zum Einsatz kommen, um die Raumanregung gleichmäßiger zu gestalten. Empfehlen kann ich hier auch aufgrund der kompakten Maße sowie der Möglichkeit der Fertigung die MeroVinger Stingray Serie.
Wichtig ist, die Subwoofer möglichst wandnah zu platzieren und sie vom Timing und Pegel her perfekt mit den MELO-DI 2 zu verheiraten, was einen Vorverstärker mit professionellem Bass Management verlangt. Alles andere ist – ich habe es schon häufig kundgetan – nichts anderes als ein Glücksspiel.
Bass-Perfektion mit WaveForming
Wer den perfekten Bass erleben möchte, kommt um ein Multi-Subwoofer-Setup nicht umhin. Insbesondere Trinnov WaveForming bietet hier ein klangliches Ergebnis, das einzigartig ist. Ein solches Setup könnt ihr bei mir probehören – und auf Knopfdruck vergleichen.
Alternativ ist auch Dirac ART für eine wirksame Nachhall- bzw. Impulsoptimierung einsetzbar, hier arbeite ich für Stereo mit einem besonderen Einmess-Schema.
Klang der MELO-DI 2
Die übergeordnete Klang-Signatur der MELO-DI 2 entspricht – klar, das war beabsichtigt – dem großen Modell: Der Lautsprecher spielt äußerst natürlich, homogen und musikalisch, mit einer realistischen Bühne und enormer Offenheit, Plastizität und Umhüllung. Die Musik bzw. die Künstler stehen völlig losgelöst von den Lautsprechern im Raum. Das liebe ich an sehr guten Open-Baffle-Konzepten. Die Größe und die Dimensionen der Abbildung ist freilich etwas geringer als bei der MELO-DI.
Die Grob- und Fein-Dynamik ist frappierend, und inbesondere mit impulsoptimierter Subwoofer-Kombination haut das richtig rein. Man bedenke: Die Membran-Fläche der 6 Chassis bewegt sich in den Sphären eines 15-Zoll-Treibers. Zwar ist der X-Max geringer, aber es wird trotzdem ordentlich Luft verschoben. Und das geschieht mit einer Leichtigkeit, Souveränität, gefühlter Schnelligkeit und Präzision, dass man liebend gern und lange damit Musik genießt und emotional mitgerissen wird.
Klar geht auch in Sachen Dynamik bei der großen MELO-DI noch mehr: Die Membranfläche steigt um 57 % und das Verschiebevolumen ist das 5-fache. Je nach Trennfrequenz zu den Subs und deren Anzahl/Größe relativiert sich das aber ein wenig.
Wie das große Modell schafft es die MELO-DI 2, schlechte Aufnahmen/Produktionen nicht an den Pranger zu stellen. Man hat das Gefühl, der Lautsprecher will das Beste aus allen zugespielten Materialien herausholen. Und zwar ohne bewusst zu schönen bzw. zu verfärben. Das bedeutet nicht, dass in einer 80er Jahre Heavy-Aufnahme auf einmal satter Bass ertönt. Den holen wir uns via Trinnov mit entsprechender Zielkurve dazu, wenn wir das wollen ;-).
In jedem Fall braucht sich die MELO-DI 2 vor keinem anderen Lautsprecher mit ähnlichem oder auch doppelt so teurem Preis verstecken. Und da er denke ich für viele Wohn- und Hörräume geeignet ist, lohnt es sich definitiv, sich ein persönliches Klangbild zu machen. Kommt vorbei, es lohnt sich!
Aufstellung und Praxis
Die MELO-DI 2 brauchen mindestens einen Meter Wand-Abstand, je nach Geschmack gern mehr. Die Lautsprecher sollten angewinkelt werden, ca. 15–20 Grad als grobe Richtung.
Der Hörabstand sollte mindestens 2,5 m betragen, bis 4 oder sogar 4,5 m sind möglich.
Hinter den Lautsprechern sollten keine Absorber platziert werden, wenn dann „Abfusers“ (also eine Mischung aus Diffusoren und Absorbern). Diffusoren dagegen funktionieren gut, ich kann z. B. die Fractal 34 von Ekustik empfehlen. Zwingend notwendig ist das aber nicht.
Messungen
Amplitude
Ableitung der „Direkt-Amplitude“ durch Messung via Trinnov am Hörplatz – aussagekräftig ab ca. 150 Hz, danach ist der Raum auch in unmittelbarer Nähe des Lautsprechers die dominierende Größe.

Phasengang
Das ist die „Direkt-Ableitung“ des Phasengangs der MELO-DI 2 – wohlgemerkt out of the box im wahrsten Sinne, denn hier hat der Trinnov noch nicht korrigierend eingegriffen. Es sind nur die 2 Shelving-Filter im Rahmen der Vorentzerrung gesetzt.

Impulsantwort der MELO-DI: die beste, die ich je bei mir gemessen habe (Unkorrigierter linearer Impuls, gemessen mit Trinnov 3-D Mic am Hörplatz)
Impulsantwort
Auch bei der Impulsantwort zahlt sich die aktive Weiche und das „Time Array“ der MELO-DI 2 aus. Auch hierbei handelt es sich um den unkorrigierten Impuls des Lautsprechers – so muss das …


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