Quad 303 – Class AB Endstufe

Quad 303 Endverstärker Vorder- und Rückseite nebeneinander

Das Design hat was und damit den Beweis für seine „Zeitlosigkeit“ bereits erbracht. Überzeugen tun mich noch mehr die inneren Werte der Quad 303 Endstufe(n).

Besser als damals? Quad erat demonstrandum …

QUAD steht für „Quality Unit Amplifier Domestic“. Dieser Name verrät schon, dass das Unternehmen eine lange Geschichte hat, die weit über mein HiFi-Leben hinaus geht. 1936 gegründet, haben die Engländer 1949 den ersten Röhrenverstärker auf den Markt gebracht. Heute ist Quad Teil der International Audio Group und produziert in China. Aber keine Sorge: Die Masterminds David McNeill und Peter Comeau sitzen in England und pendeln denke ich entsprechend oft.

Die Quad 303 Enstufe und der QUAD 33 Vorverstärker wurden erstmals im Jahr 1967 auf den Markt gebracht, das waren die ersten kommerziellen Transistor-Verstärker. Und die erfreuten sich großer Beliebtheit.

Als ich von der Neuauflage der QUAD Klassiker gelesen habe, hat das nicht nur meine Vintage-Ader berührt, sondern auch mein rationales HiFi-Hirn: eine vollsymmetrische, zeitgemäß aufgebaute Class AB Endstufe im Design des alten Klassikers. Mit einem soliden Trafo, bis zu 29 dB Gain und einem sehr guten Geräuschspannungsabstand, dazu noch brückbar. Das Ganze für 1.490 Euro. „Das kann je nach Setup vielleicht eine Alternative zu den Audiolab 8300 Monos sein“, dachte ich mir. Und ich sollte recht behalten …

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„Ja, SPL erreicht eine höhere Trennschärfe und Staffelung. Quad hält mit Körper dagegen, der Bass hat mehr Volumen, ohne wulstig zu klingen. Das tariert sich im Vergleich aus. Was sich nicht austariert: Die SPL-Kombi liegt bei 8.000 Euro, die neuen Quads bei je 1.490 Euro, macht 2.980 Euro zusammen. Gut, dass wir darüber gesprochen haben.“

Gehäuse, Anschlüsse, Aufbau

Massives Alu

Blicke ich auf das Gehäuse einer Quad 303, sieht das wertig, aber auch kompakt aus. Hebt man das Teil hoch, ist man sich sicher, einen echten Endstufen-Block in Händen zu halten. 8,5 kg, massive Alu-Seitenteile, saubere Spaltmaße. Man merkt, dass die Quads nicht mehr in England produziert werden ;-)

Die Formensprache ist sicherlich Geschmacksache. Die Endstufe muss so aussehen, wenn sie eine Reminiszenz an die gute alte HiFi- und Quad-Zeit sein soll. Mir gefällt’s. Noch besser, wenn zwei Monoblöcke im Raum stehen. Die lassen sich dann hervorragend in der Nähe der Lautsprecher platzieren, denn viel Raum nehmen sie nicht ein.

Symmetrie und Brücke – da lacht mein Herz

50 Watt an 8 Ohm sind nicht die Welt. Je nachdem, wie hungrig ein Lautsprecher ist, kommt schon mal das Bedürfnis nach mehr auf. Deshalb finde ich es fantastisch, dass man mit einem Knopfdruck auf der Rückseite die Endstufe brücken kann. Dann braucht man zwar zwei davon für ein  Stereo-Pärchen, aber das sieht (s. o.) eh besser aus, und vor allem schöpft man dann mit 2 mal 140 Watt (an 8 Ohm, 170 Watt bei 4) aus dem Vollen.

Wichtig: Die Lautsprecher-Terminals sind dann anders zu belegen: Es geht nebeneinander in die obere „rote“ Reihe, und der Plus-Pol kommt dahin, wo „BRIDGE+“ steht. Fertig.

Weitere Anschlüsse:

  • XLR Input (wenn ihr die Möglichkeit habt, nehmt die)
  • alternativ Cinch Input
  • 12 Volt Trigger Input
  • 12 Volt Trigger Link (für die Verbindung mit dem zweiten Monoblock)

Technischer Aufbau: zeitgemäß

Schraubt man die Endstufen auf, fällt primär der relativ zur Gehäuse-Größe fette, schön (und wohl auch effektiv) geschirmte Trafo auf. Der kommt von Noratel, einem skandinavischem Spezialisten. Er liefert 200 VA und wird gemäß Spezifikation von QUAD gefertigt.

Mehrere (ebenfalls stattliche) Elkos hängen oben am Gehäuse, bevor es dann zur Ausangsplatine geht.

Die Besonderheit ist aber die „Symmetrical Triple Schaltung“, die folgende Vorteile mit sich bringen soll:

  • Vollständig symmetrische Ausgangsstufe, beruhend auf einem besonderen Schaltungskonzept von Peter Walker, dem Gründer von QUAD
  • Ruhestrom unabhängig von der Temperatur der Ausgangstransistoren, hohe (thermische) Stabilität, drum werden die Teile nicht wirklich warm
  • Hohe Linearität des Signals
  • Reduktion von Verzerrungen auf ein Mindestmaß

Wichtig: Bereits EINE Quad 303 ist eine voll symmetrische Class AB Endstufe.

Quad 303 Innenleben

Klang

Ich habe die Quad 303 bzw. zwei davon an meinen AudioMaster LS3/5a, an den MoFi SourcePoint 10 sowie mit meinen MeroVinger MeloDi (aktive 4 Wege) gehört. Als Vergleich diente meine Referenz-Endstufe Acousence pow-amp sowie die Audiolab 8300 Monos.

Das Wichtigste: Alle Kombinationen klangen in sich rund, involvierend und sauber. Man kann unangestrengt und lange Zeit mit der Quad 303 Musik genießen. In den Höhen klingt es geschmeidig, nicht im entferntesten harsch. In Sachen Auflösung und Feindynamik geht sicher noch mehr, was im Vergleich zum pow-amp sofort auffällt. Aber da reden wir auch über andere Preisgefilde.

Die Mitten haben genau diesen Hauch „britischer“ Wärme, die viele lieben. Aber ohne in eine tonale Verfärbung abzudriften, die dann zu viel des Guten ist. Stimmen haben Schmelz und Charakter, wirken nahbar und echt. War das in Kombi mit den LS3/5a zu viel des Guten? Nicht wirklich, zumal sich diese über die gebrückten rund 100 Watt (?) freuten (die haben ja 16 Ohm, drum schätze ich das grob).

Die Bühneabbildung gerät realistisch, die räumliche Staffelung und Präzision ist in etwa auf dem Niveau der Audiolabs (mit Hörwege-Modifikation), was ein Kompliment ist.

Im Bass-Bereich spielen die Quad 303 satt, einen Tick voluminöser als die Audiolab 8300, die sind noch etwas strukturierter und straffer. Liegt vielleicht am höheren Dämpfungsfaktor dieser Class AB Verstärker, die in diesem Bereich sowohl die MoFi als auch die LS3/5a noch „besser an der Kandarre“ hatten. Was jetzt nicht heißt, dass ein Schlag auf die Snare schwammig rüberkommt, ganz und gar nicht. Denn insgesamt spielen die Quads sehr dynamisch auf, da ist keine Spur von Langeweile und Gemütlichkeit, wenn es zur Sache geht.

Gerade die Kombi mit der MoFi 10 und ihrem hart aufghängten Treiber machte richtig Spaß, das hatte Tiefe, Schmackes, Wucht und gleichzeitig Kontur. Die LS3/5a würde ich in jedem Fall mit 2 gebrückten QUAD 303 Endstufen betrieben, wenn man nicht nur bei mäßiger Zimmerlautstärke hören möchte.

Quad 303 Endstufe seitlich links

Technische Daten und Preise zur Quad 303

EigenschaftWert
FinishSilber-grau
Eingänge- Cinch analog
- XLR analog
Ausgänge- 12 Volt Trigger Trigger (Input, Link)
- Lautsprecher-Terminals
Gain29 dB (gebrückt); ca. 23 dB (ungebrückt)

Ergebnisse nach Test Audio-Freak
Nennleistung an 8 Ohm- Stereo: 2 × 50 W (THD < 1 %)
- Mono/gebrückt: 1 × 140 W (THD < 1 %)
Nennleistung an 4 Ohm- Stereo: 2 × 70 W (THD < 1 %)
- Mono/gebrückt: 1 × 170 W (THD < 1 %)
Frequenzgang20 Hz – 20 kHz (+/- 0,3 dB)
Gesamtklirrfaktor (THD)< 0,002 % (1 kHz)
0,0032 % (STEREO Test bei 5 Watt)
Dämpfungsfaktor (4 Ohm)- 47 (63 Hz)
- 46 (1 kHz)
- 30 (14 kHz)

gemäß Test STEREO
Eingangsimpedanz10 kOhm
Eingangsempfindlichkeit- 0,7 V RMS (Line)
- 1,5 V RMS (XLR)
Signal-Rausch-Verhältnis (S/N)
> 108 dB (A-gewichtet)
Maximaler Ausgangsstrom10 A
Standby-Stromverbrauch< 0,5 Watt
Nettogewicht8,4 kg
Bruttogewicht9,5 kg
Abmessungen (B × H × T)32,5 × 17,6 × 12 cm
Kartongröße (B × H × T)46,2 × 31,2 × 22,6 cm
Stromversorgung- 220–240 V (50 / 60Hz)
- 100–120 V (50 / 60Hz)
Listenpreis
- 1.490 € (Stereo-Verstärker)
- 2.980 € (2 Mono-Blöcke)
- 2.980 € (Vorstufe Quad 33 + Endstufe Quad 303)
Quad 303 Endstufen auf Regal, in der Mitte der Quad 33 Vorverstärker

Das Set aus Vorstufe Quad 33 und Endstufen Quad 303 macht auch visuell eine gute Figur.

Quad 303 – Testzitate

(z. T. Fazit in Kombi mit Quad Vorstufe 33)

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„Mit der Neuauflage der legendären Quad Komponenten, bestehend aus der Stereovorstufe 33 und dem Endverstärker 303, ist den Briten ein großer Wurf gelungen … Die Gehäuse sind ausgezeichnet verarbeitet … Akustisch glänzen Quad 33 und Quad 303 mit einem enormen Maß an klanglicher Kultur und akustischer Harmonie. Schrille, harsche Klänge sind dem Duo auch bei hoher Lautstärke fremd. Kräftige Bässe und eine dichte Räumlichkeit vervollständigen unsere Höreindrücke.“

Lowbeats Logo

„Die Verarbeitung ist gehoben, das Design eine Reminiszenz, aber alles in die Gegenwart gehoben. Klanglich überragend richtig in allen musikalischen Feinheiten. Wer gute Freunde hat und behalten will, wer gern einmal die Hand ins Feuer legt: 33 und 303 sind die Chiffren für höchste audiophile Werte, der Retro-Faktor ist Zugabe. Geht da mehr Eleganz? Nein. Mehr Kante? Vielleicht. Mehr musikalischer Sinn? Kaum.“

Logo AV Forum

„In meinem Fall ersetzte er (der Quad 303) einen Chord Electronics TToby, der zusammen mit dem Eversolo betrieben wurde, und obwohl der Quad ein ganzes Stück billiger ist, war die Leistung beeindruckend vergleichbar. Dem Quad fehlt ein wenig der Punch und die Dringlichkeit des Chord, aber die 303 kontert mit mehr Raffinesse und einem wirklich schönen Gefühl der Dreidimensionalität. Wenn Sie einen Streaming-Vorverstärker haben und eine passende Endstufe suchen, sollten Sie unbedingt über das Äußere dieses Modells hinwegsehen, denn es ist eines der besten Exemplare seiner Art zu diesem Preis.“

Logo Sound Advice

„…  Tatsache ist, dass es sich hier um eine Neuinterpretation eines fast 60 Jahre alten Designs handelt, das ebenso modern wie klassisch klingt. Wenn man dann noch die Subtilität des ursprünglichen Stils und die Qualität der Verarbeitung hinzuzählt, ist dies ein HiFi-Gerät, das alles andere als gewöhnlich ist – und umso begehrenswerter, weil es auch musikalisch überragend ist.“

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