Audes ST-900 Power Conditioner – Netzfilter für kleine bis mittlere HiFi-Setups

Der immer noch rund 18 kg schwere Power Conditioner Audes ST-900 ist das Einstiegsmodell der estnischen Trafo-Spezialisten mit 5 Steckplätzen. Ein großer Trenntrafo und ein optionaler DC-Filter bilden das Herzstück des Geräts.
Audes ST-900 (V) DC – Netzfilter für kleine und mittelgroße Stereo-Setups
Der Audes ST-900 DC ist ein mittelgroßer Trenntrafo mit Gleichstromfilter, den es auch in einer V-Version gibt, die flexibel positioniert bzw. aufgestellt werden kann. Dazu klebt man die beiliegenden Gummifüße genau da auf, wo die Standfläche des Geräts sein soll. Etwas kompakter ist diese Version ebenso. Diese Version ist 500 € günstiger, da das Gehäuse weniger aufwändig umgesetzt ist und keine Anzeige-Bullaugen integriert sind.
Kern bei beiden Geräten ist wie immer bei Audes ein sehr hochwertiger Trenntrafo, der auch Endstufen mit ausreichend Strom versorgt. Diese sollten bei diesem Modell nicht zu üppig ausfallen, also größere Class-A oder Röhren-Endstufen sind dann eher den größeren Audes-Modellen vorbehalten.

„Der Klang in meiner Anlage kann (mit dem Audes ST-900) als freundlich, detailreich und im positiven Sinne etwas wärmer als mit vielen anderen Filtern beschrieben werden, wodurch akustische Instrumente eine bessere Klang-Balance erhalten. Für mich ist der Audes ST-900 sehr empfehlenswert und eine sinnvolle Ergänzung für jede hochwertige Audio-Anlage.“

Der Audes ST-900 V DC ist die flexibel positionierbare Version, die man z. B. auch hochkant aufstellen kann.
Audes ST-900: Vorteile und Fakten
- Wohldimensionierter Trenntrafo, mit umfassender Schirmung, hochwertigem Kern und Wicklung in höchster Qualität (sehr leise)
- Stabile Spannung, da der Trafo auch als Energiespeicher wirkt und damit kurzfristige Impulsspitzen ausgleicht
- Lüfterloser und solider Gehäuse-Aufbau
- Sehr kleiner Ausgangswiderstand von 0,4 Ohm, damit der Strom sehr schnell und in hoher Menge insbesondere an Endstufen geliefert wird
- Galvanische Trennung, da rein magnetische Verbindung zwischen Primär- und Sekundär-Seite
- Strom Symmetrierung (2 mal 115 Volt = 230 Volt), was in der Praxis bedeutet, dass man sich keine Gedanken um den phasenrichtigen Anschluss der Stecker machen braucht
- Filter für Frequenzen > 800 Hertz (damit werden alle hochfrequenten Störungen von Haushaltsgeräten, Routern, Solarwechselrichtern und was es nicht alles gibt eliminiert)
- Filterwirkung auch < 50 Hz (Frequenz, in der z. B. Dimmer einstreuen), das bieten andere Netzfilter nicht!
- DC-Filter
- Stromverbrauch im Stand-by sehr gering (deshalb hat das Gerät auch nur einen zentralen Einschalter …)
- Anzeige von aktueller Spannung und Stromfluss (Bullaugen an der Front – nur beim ST-900 DC
- Einschaltstrom-Begrenzung, um die Haussicherung zu schützen (ist vor allem für die größeren Modelle relevant)
- Thermoschutz über 90 Grad, automatisches Wieder-Einschalten unter 75 Grad Celsius (war bei mir noch nie der Fall)
- Kompakte, flexible Aufstellung (V-Version)

Das Herzstück aller Audes Netzfilter: ein riesiger Trenntrafo mit galvanisch getrennten Wicklungen
So kann es mit einem Audes ST-900 klingen!
Die klanglichen Auswirkungen der Audes Power Conditioner können je nach Setup unterschiedlich ausfallen. Der eine wird von einer neuen Ruhe begeistert sein, der andere von Bass-Gewittern bei hohen Lautstärken, die bisher limitiert waren.
Ich habe hier die mir bekannten (und selbst von mir gemachten) Erfahrungen mit Audes Netzfiltern zusammengefasst – ohne Anspruch auf Vollständigkeit:
- Bessere, z. T. tiefere Bass-Wiedergabe, impulsstark und konturiert, nie aufdickend
- Mehr Transparenz und Übersicht, gerade bei Musik-Stücken mit vielen beteiligten Musikern bzw. großorchestralen Aufnahmen
- Explosivere Transienten
- Tiefschwarzer Hintergrund
- Steigerung der (Fein-)Dynamik
- Plastischere Darbietung von Stimmen und Instrumenten
- Präzisere Bühnen-Abbildung in Breite und Tiefe
- Verringerung von Trafo-Brumm anderer Geräte

„Anschließend habe noch ein paar Experimente mit kritischen Phono-Setups gemacht, die ziemlich schwierig störungsarm zum Laufen zu bekommen waren: Tonabnehmer mit geringer Ausgangsspannung, gefolgt von hoch verstärkenden Übertragern mit Röhren-Phonovorstufen. Wenn nur Plattenspieler und Phonovorstufe über den Audes liefen, erledigten sich diverse Probleme schlagartig. Ich jedenfalls möchte ohne so eine Lösung keine Anlage mehr betreiben, die klanglichen und praktischen Vorteile sind einfach zu groß.“
Audes ST-900: technische Daten und Preise
Lest auch gern meinen Beitrag zur Stromversorgung von HiFi-Anlagen. Dort bespreche ich auch andere Maßnahmen zur Strom-Optimierung und die sinnvolle Dimensionierung von Netzkabeln – da geben einige viel Geld aus, das in Summe besser in einen Audes investiert wäre. Gleichzeitig sage ich: Wer noch nichts für Raumakustik gemacht hat, sollte das Thema Strom hinter solche Maßnahmen verlegen.
Hinweis zu Class-D-Endstufen
Manche Schaltnetzteile in Class-D-Endstufen verlangen eine Erdung. Solche Kandidaten bitte nicht mit dem Audes ST-900 (und anderen Audes Modellen) betreiben. Des Weiteren sei angemerkt, dass manche solcher Netzteile (meist in qualitativ schlechteren Endstufen) massiv Störungen ins Netz abgeben. Das wiederum kann andere Geräte beeinträchtigen, die ebenso am Audes hängen. Ich selber hatte mit meinen Class-D-Endstufen und deren Schaltnetzteilen noch kein Problem dieser Art.
Was kann der Audes ST-900 nicht?
Ein Audes kann generell keine größeren Spannungsschwankungen im Netz über einen längeren Zeitraum ausgleichen. Kurzfristig schon, dank des Energiespeichers. Wenn du Probleme mit solchen Schwankungen hast, beschäftige dich mit „Power Plants“ oder großen Akku-Versorgungen wie Stromtank.
Des Weiteren können etwaige Verzerrungen in der Sinus-Welle ein Problem sein (je nachdem, wie stark die ausfallen). Die gibt ein Trafo 1 : 1 an den Ausgang weiter.
Netzkabel für den Audes ST-900
Ich empfehle euch, das mitgelieferte Netzkabel für den Audes ST-900 durch ein Supra LoRad bzw. Supra LoRad SPC oder gar das LoRad Excalibur zu ersetzen. Die sind perfekt geschirmt, und dann geht davon schon mal keine Störung auf umliegende XLR- oder Cinch-Kabel aus. Diese Kabel sind natürlich ebenso perfekt für eure Geräte, die ihr an den Audes anschließt, geeignet.
Einen Versuch wert ist das iFi SilentPower SupaNova Netzkabel. Dank seiner „Active Noise Cancellation 2-Technologie“ erkennt es im eingehenden Signal etwaige Störungen. Nun invertiert das symmetrisch aufgebaute Kabel diese Abweichungen, und am Ende werden die Störungen ausgelöscht. Das bedeutet, dass der Audes ST-900 mit dieser Maßnahme ein bereits gesäubertes Signal erhält – ganz nach dem Motto: Doppelt hält besser.
Dieses Upgrade kostet nochmals 499 Euro (bei einer Kabellänge von 1,8 Metern), ich biete euch das auf Wunsch zum Testen an.
Details zum iFi Netzkabel:
- vollsymmetrische Konstruktion
- „Ground Zero“ Technologie für vermindertes Erdungsrauschen: Der zentrale Erdungsdraht ist von den neutralen bzw. spannungsführenden Leitern via Mehrfacher Windungen umgeben.
- Doppelte Schirmung der Leiter
- „Luft-Dielektrikum“ für die beste Trennung zwischen spannungsführenden und neutralen Leitern
- Überspannungsschutz: bis 10.000 A bei 775 V
- Erkennung von Polarität und Erdung; grüne bzw. rote Leuchtanzeige (letztere, wenn etwas nicht stimmt)


Die Mini-Leuchten rechts und links neben dem Logo leuchten grün, wenn Polarität und Erdung korrekt sind. Wenn nicht: rot.

Die Active Noise Cancellation 2 Technologie – grafische Illustration von iFi
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