MC Tonabnehmer von My Sonic Lab aus Japan – nicht nur dynamisch eine Klasse für sich

My Sonic Lab MC Tonabnehmer Familie auf einen Blick

My Sonic Lab auf einen Blick – blöd nur, dass sich die meisten von uns für einen davon entscheiden müssen. Denn diese Schmuckstücke aus Japan sind leider in höheren Preisgefilden angesiedelt. Aber sie sind es wert! Die Darstellung ist übrigens nicht zufällig so gewählt, dazu unten mehr …

„… Was hier geboten wird ist schlichtweg eine Sensation! … Die aktuelle Evolutionsstufe kommt dem Ideal eines vollkommenen Abtasters erschreckend nahe…. Mit einer so großen Natürlichkeit fließt die Musik, schwillt an oder ebbt ab, dass man verzückt die Plattensammlung neu entdecken will! … Gänsehaut ist da garantiert!… Tatsächlich handelt es sich hier um eines jener Tonabnehmersysteme, die scheinbar unlösbare Gegensätze in einer einzigartigen Kombination auflösen.“ 

Image HiFi, 2018, Zum MSL Eminent GL

Tonabnehmer, bei denen die Sonne aufgeht – My Sonic Lab

Ich persönlich halte My Sonic Lab für einen Tonabnehmer-Hersteller, der seit vielen Jahren auf allerhöchstem Niveau liefert. Und das meine ich nicht nur klanglich, sondern auch in Bezug auf die Fertigungsqualität und -konstanz. Firmengründer Yoshio Matsudaira San hat unendliche Erfahrung in der Tonabnehmer-Entwicklung: Tokio Sound Corporation, Supex, Audio Craft, Luxman, Miyabi, Koetsu profitierten schon von seinen Ideen. Und bei der Kreation der My Sonic Lab Systeme hat er anscheinend all sein Wissen komprimiert und etwas Beeindruckendes geschaffen.

Interessant ist, dass die renommierten Tonabnehmer von Air Tight auf Matsudairas Entwicklung aufsetzen. Auch  das aktuelle Top-System der Marke Transrotor fertigt My Sonic Lab (wie immer nach „spezifischen Vorgaben von Transrotor klanglich modizifiert“) … Los geht es mit dem kompletten Überblick …

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My Sonic Lab – konstante und hohe Fertigungsqualität

Ich habe zahlreiche Tonabnehmer vermessen (mit Adjust + von Feickert und/oder dem PDM-1 von Sperling). Und man glaubt gar nicht, was einem auch in höchsten Preisklassen für schief montierte Teile begegnen. Aus meiner Sicht absolut nicht hinnehmbar.

Umso mehr begeistert mich My Sonic Lab: Da hat bis dato jeder Tonabnehmer mehr als die angegebene Kanaltrennung erreicht (> 30 dB, ich hab mal 37 gemessen). Und das bei Azimuth-Stellung „Null“, also exakt waagrechter Position. So etwas darf man erwarten, aber es ist keine Selbstverständlichkeit.

Packt man einen Tonabnehmer der japanischen Schmiede aus, bekommt man beim Anblick der Schachtel aus Zedernholz richtig Lust, das Teil zu montieren. So soll es sein.

Klangliche Eigenschaften der gesamten Tonabnehmer-Familie von MSL

Es bringt aus meiner Sicht nichts, jeden einzelnen Tonabnehmer klanglich nochmal fein zu differenzieren. Wer ein My Sonic Lab kauft, bekommt immer die Eigenschaften serviert, für die die Marke steht. Die Unterschiede kommen dann komprimiert weiter unten.

Wie klingen sie nun, die MSLs? Rundum rund, präzise, souverän und vor allem realistisch und musikalisch. Und wuchtet dynamische Attacken raus, dass es eine Freude ist. Die Auflösung ist top, aber nie künstlich bzw. „hochgezüchtet“. Das gilt für ALLE Musikrichtungen: Ob Rammstein oder Kraftwerk bei hohen Lautstärken donnern oder Smetanas Moldau sanft durchs Zimmer fließt, das klingt so, wie man es sich wünscht.

Klar, ein Tonarm muss das alles zulassen, aber ich denke schon, dass in Sachen Dynamik nicht viele den MSL Tonabnehmern das Wasser reichen können. Warum ist das so?

Der technische Hintergrund hinter der klanglichen Dynamik

MSL vollbringt das Kunststück, einen extrem niedrigen Innenwiderstand von 0,6 bis 1,4 Ohm (du liest richtig) mit einer Ausgangsspannung von 0,3 bis 0,5 mV zu kombinieren. Wenn „normale“ MC Abtaster ihre bewegte Masse gering halten (was gut ist), dann haben sie in der Regel sehr geringe Ausgangsspannungen, was dann wieder zu Rauschen führt bzw. eine sehr exquisite Phonovorstufe nötig macht.

My Sonic Lab steigert die Magnetisierung des Spulenkerns, indem sie „nanokristalline“ Materialien verwenden. Die damit geschaffene Induktivität lässt eine höhere Ausgangsspannung zu, ohne die Anzahl der Wicklungen der Spule zu erhöhen (also bei gleich niedriger Masse). Wie auch immer, für mich zählt das Ergebnis, und das ist klasse.

Technische Daten, die für die gesamte My Sonic Lab Tonabnehmer Familie gelten

Empfohlener Auflagedruck1,9 bis 2,2 Gramm (Empfehlung von mir: 2,1 Gramm)
Abschluss-Impedanz100 Ohm bis 800 Ohm (steht wirklich so in der Anleitung);
ich bin mit 200 bis 300 Ohm bis dato am besten gefahren
Frequenzgang10 bis 50 Hz
Kanaltrennung30 dB (in der Praxis gern höher)
NadelschliffSemi Line Contact Schliff
Verrundungsradius3 x 30 µmm
Compliance  bzw. Nadel-Nachgiebigkeit10 µm / mN
MagnetNeodym Magnet mit speziellem
„Reinstkupfer-Spulenkern (SH-µX)“
Gewicht
  • 9,5 Gramm
  • 10 Gramm
    (Signature Gold/Platinum)

Tonarme für einen My Sonic Lab Tonabnehmer

Wenn man diese Daten liest, erkennt man, dass die klangliche Ähnlichkeit der Systeme nicht von ungefähr kommt. Die Unterschiede kommen dann primär bei Nadelträger und Gehäusematerial zum Tragen. Des Weiteren ist offensichtlich, dass sich die My Sonic Lab Abtaster ganz nutzerfreundlich verhalten, da ist viel Raum für den eigenen Gusto, und die Unterschiede zwischen bestimmten Abschlussimpedanzen oder Auflagegewichten sind nicht sooo gravierend.

Das Einzige, auf das man achten sollte: der Tonarm darf nicht zu leicht sein, wie die Compliance von 10 bestätigt. Es darf schon ein 12 Zöller von Reed sein (oder ein Reed 5A/5T), ein Groovemaster geht auch hervorragend (mit Ebony Headshell).

My Sonic Lab Eminent GL – der Einstieg in die Premium-Welt

Eminent GL Tonabnehmer von My Sonic Lab

Die wichtigsten Eigenschaften des Eminent GL:

  • Innenwiderstand: 1 Ohm
  • Ausgangspegel von 0,4 mV
  • Korpus: Aluminium
  • Nadelträger aus Super-Duraluminium

Mit diesem Tonabnehmer bekommt man schon das wesentliche MSL Feeling geboten, versprochen. 0,4 mV Ausgangsspannung ist für die meisten Phonovorstufen sehr gut umsetzbar, von daher kann man mit diesem Abtaster praktisch nichts falsch machen.

Listenpreis Eminent GL:

4.198 €

My Sonic Lab Hyper Eminent GL – das MSL für Phonovorverstärker, die etwas lauter sind …

Hyper Eminent GL Tonabnehmer von My Sonic Lab

Die wichtigsten Eigenschaften des Hyper Eminent:

  • Innenwiderstand: 1,8 Ohm
  • Ausgangspegel von 0,5 mV
  • Korpus: Aluminium
  • Nadelträger aus Super-Duraluminium

Die Unterschiede zum Eminent GL: noch mehr Ausgangsspannung, dafür ein für MSL Verhältnisse höherer Innenwiderstand, im Verhältnis immer noch sehr niedrig. Ein Tipp für diejenigen, denen das Mehr an Ausgangslautstärke in Bezug auf ihre Phonovorstufe entgegenkommt. Klanglich auf einer Linie mit dem etwas leiseren Bruder.

Listenpreis Hyper Eminent:

4.798 €

Testfazit aus der LP

Das liegt schon lange zurück und bezog sich auf das Vorgänger-Modell, ich bring es trotzdem:

„… Das ist er. Der Tonabnehmer. Kein anderer schafft eine so brillante Synthese aus Analyse und Stimmigkeit, kein anderer spielt so untechnisch und doch so spektakulär. …“  

My Sonic Lab Ultra Eminent BC – der Tonabnehmer, der etwas aus der Reihe tanzt

Ultra Eminent BC Tonabnehmer von My Sonic Lab

Die wichtigsten Eigenschaften des Ultra Eminent BC:

Dieser Abtaster tanzt etwas aus der Reihe, auch klanglich. Man sagt ihm nach, noch etwas mehr Auflösung zu transportieren und noch filigraner zu sein. Hab ihn selber tatsächlich noch nicht live gehört, aber hier glauben wir einfach dem Vertrieb.

  • Innenwiderstand: 0,6 Ohm (!)
  • Ausgangspegel von 0,3 mV
  • Korpus: Aluminium
  • Nadelträger aus Pure Boron

Hier ist der in Sachen Innenwiderstand neue Rekord-Inhaber: 0,6 Ohm, Wahnsinn. Dafür auch etwas leiser. Heißt: Die Phonovorstufe sollte sehr hohes Niveau besitzen und rauscharm sein.

Das schreibt das Magazin HiFi & Records 2016 dazu:

„… Mein erster Gesamteindruck: intensiv musikdienlich, dabei immer absolut souverän und völlig mühelos…. auszeichnet ist die tiefschürfende Rillenauslese, die ein extrem tiefes Eintauchen in die musikalische Binnenstruktur von Aufnahmen erlaubt, wodurch ihre emotionale Komponenten freigelegt werden… Von richtig deftiger Musikwiedergabe bis zu filigraner Feinarbeit ist alles geboten. Das gilt für präzise gezeichnete Klangfarben, ebenso wie für dynamische Entfaltungen.“

Listenpreis Ultra Eminent BC

5.798 €

My Sonic Lab Signature Gold – mein ganz persönlicher Traum-Tonabnehmer

Signature Gold Tonabnehmer von My Sonic Lab

Das ist der, den ich auf die berühmte Insel mitnehmen würde. Er ist für mich der „vollkommene“ Abtaster, weil er alle vorher beschriebenen Facetten transportiert und für meine Ohren einen Tick Wärme und „analogen Fluss“ reinbringt, so nah an der Musik war ich bis dato nie. Das ist insbesondere für Setups gut, die sehr auf Neutralität ausgelegt sind. Er brauchte aber etwas länger zum Einspielen (> 30 h), bis er für mich perfekt klang.

Die wichtigsten Eigenschaften des Signature Gold:

  • Innenwiderstand: 1,4 Ohm
  • Ausgangspegel von 0,5 mV
  • Korpus: Ultra-Duraluminium
  • Nadelträger aus Spezial-Duraluminium

Beim Signature Gold kommt zum ersten mal ein neues Korpus-Material zum Einsatz, der noch bessere Resonanzeigenschaften hat, und auch der Nadelträger ist anders als bei den zuvor genannten Kandidaten.

Listenpreis Signature Gold

6.998 €

My Sonic Lab Signature Platinum – das offizielle Flaggschiff

Signature Gold Tonabnehmer von My Sonic Lab

Die wichtigsten Eigenschaften des Signature Platinum:

  • Innenwiderstand: 1,4 Ohm
  • Ausgangspegel von 0,5 mV
  • Korpus: Titanium
  • Nadelträger aus Pure Boron

Beim Signature Platinum besitzt demnach als einziges System einen Korpus aus Titan, um in Sachen Resonanzbekämpfung einen drauf zu setzen. Der Nadelträger ist ebenfalls anders als beim Signature Gold. Ich habe das Platinum gehört: es spielt auf Weltniveau, ganz klar. Je nach Kette (als Röhren-Nutzer würde ich es wohl auch dem Gold vorziehen) ist es auch das Nonplusultra: Feinzeichnung, Ausgewogenheit, Transparenz, Souveränität und beste Auflösungseigenschaften – ein edles Schmuckstück.

Listenpreis Signature Platinum:

8.398 €

My Sonic Lab Eminent Solo (Mono-Tonabnehmer)

Eminent Solo – Mono Tonabnehmer von My Sonic Lab

Mit diesem Mono MC Tonabnehmer tut man seiner korrespondierenden Schallplatten-Sammlung garantiert viel Gutes.

Auch die Mono-Version von My Sonic Lab ist sehr niederohmig und besitzt den gewohnt hohen Ausgangspegel. Man kann sich’s denken: auch hier kommt das spezielle Spulenkernmaterial SH-µX zum Einsatz, als Schliff wieder der Semi Line Contact.

  • Innenwiderstand: 1,2 Ohm
  • Ausgangspegel: 0,4 mV
  • Empfohlener Auflagedruck: 3 Gramm
  • Gewicht: 9,5 Gramm
  • Korpus: Aluminium
  • Nadelträger aus Super-Duraluminium

Listenpreis Eminent Solo:

3.598 €

Und zu guter Letzt: ein maßgeschneiderter Übertrager für My Sonic Lab Tonabnehmer

My Sonic Lab Stage 1030 Uebertrager Phono

Zwei Modelle als Übertrager stehen zur Auswahl, und ich freue mich sehr, dass es eine symmetrische Version gibt, zu der ich im Fall der Fälle natürlich dringend rate:

  • Stage 1030 mit RCA Ein- und Ausgängen
  • Stage 1030 XLR mit XLR Ein- und Ausgängen

Die passiven Übertrager sind in ihrem Übersetzungsverhältnis – logischerweise – perfekt auf die niederohmigen MSL Tonabnehmer abgestimmt. Das Teil ist  brummfrei bzw. rauscharm, was nicht selbstverständlich ist …

Technische Daten zu den Übertragern Stage 1030 bzw. Stage 1030 XLR

  • Eingangsimpedanz: 0,3–6 Ohm
  • Ausgangsimpedanz 47–100 kOhm (was am Phonopre als Abschlussimpedanz eingestellt wird, interessant sind die 100 kOhm, die z. B. der Audiospecials Phonolab mit MM SUT-Karte bietet)
  • Frequenzspektrum: 10 Hz–100 kHz
  • Verstärkungsfaktor: 26 dB
  • Maße: 15 x 6,5 x 11 cm (B x H x T)
  • Gewicht: 1,7 kg
  • Listenpreis: 3.298 € (XLR Version 4.298 €)

Weiterführende Infos zu MC-Übertragern findet ihr in meinem umfassenden Ratgeber dazu. Und eine von mir empfohlene Alternative (auch symmetrisch) gibt es mit dem MK Analogue SUT-1L ebenso.

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