Plattenspieler Reed Muse 3c und Reed Muse 1c – Ingenieurskunst aus Litauen

Plattenspieler Reed Muse 3c

Der Reed Muse 3c ist das Flaggschiff der litauischen Premiumschmiede und bietet Platz für 2 Tonarme. Das Design ist mit dem Red Dot Design Award ausgezeichnet worden. Ich betreibe das Laufwerk seit 2018 in meinem Hörraum.

Plattenspieler Reed Muse 1c

Der Reed Muse 1c kommt im mehr klassischen Plattenspieler Design daher, ist aber größenmäßig auch nicht von schlechten Eltern (55 cm breit). Er kann einen Tonarm von 9,5 bis 12 Zoll aufnehmen und ist in zwei Farbvarianten erhältlich.

Logo HiFi Statement

„Der weltweit einzigartige Linear-Tonarm Reed Model 5T sowie der Reibrad-Plattenspieler Reed Muse 1 C bilden sowohl in elektromechanischer als auch in maschinenbautechnischer Hinsicht eine Musikmaschine für Vinyl, bei der es mir schwerfällt zu glauben, dass es klanglich überhaupt noch besser geht. Mit ungemeiner, von mir zuvor so noch nie gehörter Leichtigkeit und Offenheit spielt dieses Setup in einer eigenen klanglichen Liga. Aufgrund der sehr hohen Neutralität völlig frei von Artefakten fällt es mir schwer, überhaupt irgendein Charaktermerkmal hervorzuheben, doch wenn, dann würde ich diesen extrem kraftvollen, kontrollierten Tieftondurchzug nennen. Ein Plattenspielertraum.“

HiFi Statement, 2022, zum Reed Muse 1c mit Reed 5T
Logo Stereo

„Der bereits durch ebenso klanglich exzellente wie konstruktiv eigenständige Tonarme aufgefallene litauische Hersteller bietet mit dem Muse 3C ein Laufwerk der Superlative. Dessen einzigartiges Konzept wurde konsequent und lupenrein umgesetzt. In Sachen Klang ist der Reed allererste Sahne!“

Stereo, zum Reed Muse 3c

Ingenieurskunst aus Litauen – für die schönsten analogen Momente

Reed aus Litauen kenne ich (erst) seit 2015, als der Reed Muse 3c das Cover des LP Magazins zierte. Sein auffälliges Äußeres verbarg ein entscheidendes Detail, das diesen Plattenspieler für mich zum Objekt der Begierde machte: ein Reibrad, noch besser: zwei davon! Also endlich die zeitgemäße Umsetzung dieses alten, aber genialen Prinzips. Drei Jahre später stand der Reed Muse 3 c bei mir, und bei jeder Hörsession freue ich aufs Neue über diese Anschaffung.

Wie ein highendiger Preamp sollte auch ein High End Plattenspieler-Laufwerk möglichst wenig Neben- bzw. Laufgeräusche produzieren. Lese ich über Kandidaten unter 70 dB “Geräuschspannungsabstand”, mach ich in der Regel sofort halt, da muss heutzutage deutlich mehr drin sein.

Der Reed Muse 3c und auch der Muse 1c haben einen Signal-Rausch-Abstand von 78 dB, das ist ein Spitzenwert. Legt man sein Ohr ganz dicht an den drehenden Teller, ist das ein absolutes Wohlgefühl der Ruhe. Aber der Wert von 78 dB ist aus einem anderen Grund einzigartig: die Reeds schaffen das mit einem Reibrad-Antrieb. Den kennt man von Klassikern einer weit zurückliegenden Ära, z. B. dem Garrard 301 und Garrard 401. Letzteren habe ich 2 Jahre begeistert betrieben – aber trotz sauberer Revision eben nicht vollends begeistert.

Die Vor- und Nachteile des Reibrad-Antriebs

Reibrad-Plattenspieler begeistern mit ihrem prinzipbedingten “Antritt”, dem enormen Drehmoment, ihrer Attacke, Grobdynamik, Spielfreude im Allgemeinen. Nur “rumpeln” sie meist überdurchschnittlich, und das verursacht zu starke Laufgeräusche, die je nach Schallplatte noch stärker in den Vordergrund treten.

Diese Nebenwirkung ist sozusagen systemimmanent: bei einem  “Reibradler” wird die Motorkraft mit einem Gummirad, das meist auf der Motorachse befestigt ist, auf den Plattenteller übertragen. Diese werden umso mehr, wenn Unregelmäßigkeiten am Reibrad hinzukommen, z. B. wenn die Gummis nicht präzise gefertigt sind oder schlichtweg gealtert sind.

Der zeitgemäße Reibrad-Antrieb von Reed 3c und Reed 1c: perfekter Gleichlauf

Reed hat es geschafft, die Vorteile des Reibrad-Antriebs mit absoluter Laufruhe zu kombinieren. Bei den Muse Laufwerken 3c und 1c dreht sich nämlich nicht nur ein Reibrad, sondern es drehen sich gleich zwei – unterschiedlich große. Somit gleichen sich horizontale Kräfte aus, die auf das Lager wirken. Das “Polruckeln” der beiden Gleichstrommotoren verteilt sich unregelmäßig, anstatt sich aufzuschaukeln. Schließlich kommt noch die mit Quarz geregelte Motorelektronik dazu – und diese Kombi hat bei mir Geist und Gehör überzeugt.

Und noch was: Die Reed Laufwerke kreisen nach dem Anschalten anfangs mit einem kurzzeitig vermindertem Drehmoment. Nach dem Stoppen klappen die Reibräder zurück in eine “berührungsfreie” Position. Somit werden sie schonend behandelt und “gelagert”.

Besonderheit Muse 3c: Adhoc-Umrüstung auf Riemenantrieb möglich

Nun zu einem der Unterschiede zwischen beiden Reed Laufwerken: Den Muse 3c kann ich in 5 Minuten auf Riemenantrieb umrüsten, den Muse 1 c muss ich ab Fabrik in einer solchen (leider günstigeren …) Version ordern. Ich persönlich meine: wer sich einen Reed kauft, braucht und will eigentlich das Reibrad!

Mit Riemen hab ich das Ganze natürlich auch verglichen: Klingt vielleicht einen Tick gediegener, souveräner – aber im Vergleich ist das ehrlicherweise nicht meins. Nicht missverstehen: das sind Nuancen, aber halt entscheidende in diesen Preisgefilden.

Reed Muse 1c Plattenspieler Laufwerk in extravaganter Birchwood Ausfuehrung

Extravagant: so sieht der Muse 1c in der Farbe “Karelian birch” aus.

Reed Muse 1c Plattenspieler mit Blick auf den innovativen Reibrad-Antrieb

Blick auf die zwei Reibräder unterschiedlicher Größe: einer der Gründe für die extreme Laufruhe der Laufwerke

Reed Laufwerke für (fast) alle Tonarme

Wenn man sich ein Laufwerk fürs Leben anschafft, sollte es sehr flexibel in Bezug auf die zu betreibenden Tonarme sein. Das sind die Reed Muse Laufwerke zweifellos: Die beiden Basen nehmen Tonarme von 9,5 bis 12 Zoll auf. Sie sind auf einer Kunststoff-Platte befestigt (beim Muse 3c ist diese in Schwarz oder Weiß lieferbar) und drehbar (über eine Rädelschraube zu fixieren). Die Kunststoff-Platte ist wiederum mit dem “Edelstahlturm” verschraubt und selber per Rädelschraube drehbar.

So hat man zwei perfekte Ausrichtungsmöglichkeiten, um die Tonarmposition sowie den Montage- und “Peer-to-Spindle-Abstand” exakt einzustellen. Die Basis kann man optional mit dem integrierten Massekabel verbinden – falls es wider Erwarten Brummschleifen gibt. Das gibt es denke ich nicht so oft.

Aufgepasst bei der Montage eines Groovemaster II bzw. Groovemaster III Tonarms: der passt beim Reed aufgrund seiner speziellen Geometrie in 12 Zoll nur in der Geometrie mit 295 mm Abstand (P2S). Ich selber betreibe einen 10 Zöller aus diesem Hause – da geht man keinerlei Risiko ein :-)

Design und Material der Reed Laufwerke

Der Reed Muse 3c erhielt aufgrund seines außergewöhnlichen Designs den Red Dot Award. Er wirkt in seiner Edelstahl-Optik zeitlos, in der Formensprache extravagant. In jedem Fall werden die zwei Arme symmetrisch inszeniert. Ich finde mit zwei Armen sieht er besser aus als mit einem, und damit beende ich auch schon die Geschmacksdiskussion.

Der Reed Muse 1c kommt kommt mehr klassisch daher, aber eben nicht ganz. Der Großteil seines Tellers ist hinter dem gewölbten Chassis verborgen, welches ihn eben nicht zum klassischen Brett macht. Zudem ist er neben Schwarz in einer ausgefallenen Multiplex Holzoptik erhältlich.

Plattenteller aus POM

Der Teller vom Reed Muse 3 c sieht zwar nach Edelstahl aus – ist es aber nur zum Teil. Der Kern ist (aus Resonanzgründen) POM, und die Einfassung aus Edelstahl. Beim Muse 1 c ist es “nur POM”.  Der Plattenteller kommt auf rund 3 kg, das ist kein Schwergewicht und für optimale Performance mit dem Reibrad ausgelegt. Dafür ist der “Subteller” bzw. der gesamte Unterbau mit wartungsfreiem Lager) sehr massiv und imposant anzusehen (siehe Abb. oben).

Verarbeitung erstklassig

Dass die Verarbeitung in diesen Preisklassen perfekt sein sollte, darf und muss ich erwarten. Mir sind dennoch schon Exemplare untergekommen, bei denen an der ein oder anderen Stelle was gewackelt hat bzw. die Fertigung eben nicht 100 % einwandfrei war. Hier sind die Hersteller aus Litauen wirklich akribisch und kompromisslos, die Haptik ist für mich absolut begeisternd.

Technische Daten Reed Muse 1c und Muse 3c im Vergleich

Reed Muse 3 cReed Muse 1 c
Gleichlauf-Schwankung0,03 % (!)dito
Geschwindigkeiten333 1/3 RPM; 45 RPM (im laufenden Betrieb umschaltbar)33 1/3 RPM; 45 RPM; 16 RPM; 78 RPM
AntriebReibrad oder Riemen (beides im Lieferumfang, Umbau in wenigen Minuten)Reibrad oder Riemen (ab Werk fix konfiguriert)
Tonarm Optionen2 Tonarme von 9,5 bis 12 Zoll (Groovemaster II / III bis 10 Zoll)1 Tonarm von 9,5 bis 12 Zoll
Farben
  • Edelstahl / Silber
  • Tonarmbasisplatten in Schwarz oder Weiß
  • Plattentellerauflage Leder in Schwarz oder Weiß
  • “Moonlit black” (dunkelgrau strukturiert)
  • Karelian birch
Stromversorgung Optionen
  • DC 12 V, via 100-240V AC Adapter (mitgeliefertes Standard-Netzteil)
  • Akkunetzteil optional möglich (+ 2.700 €)
  • High End Linearnetzteil (+ 2.900 €)
dito
Motoren22
Maße (B x H x T)55 x 24 x 42 cm55,5 x 20 x 39,5 cm
Gewicht25 kg (verpackt gute 30 kg)15 kg (verpackt 20 kg)
Listenpreis20.500 €
  • 10.500 € Riemen-Antrieb
  • 12.600 € Reibrad-Antrieb
Listenpreis Akkunetzteil/
Special Edition Linearnetzteil
3.200 €3.200 €

Was mich klanglich bei den Reed Laufwerken Muse 1c und 3c fasziniert

(Ich beziehe mich hier immer auf die Version “Reibrad”.)

Gleichlauf-Abweichung 0,03 % und der top “Rumpelabstand” – das zahlt direkt auf die faszinierende Laufrufe und “Schwärze” des Hintergrunds ein. Und davor lässt es sich umso leichter dynamisch agieren. Dann kommt noch der Antritt des Reibrads dazu – und der Klang ist eben mit-“reißend” und nicht nur zum Mit-“schunkeln”. Das ist Attacke, das ist Spaß, das ist musikalisch. Grobdynamisch bei Rockmusik ein Genuss, feindynamisch bei klassischen Aufnahmen oder Jazz ein Leckerbissen.

Des Weiteren kann ich mein SPU am Groovemaster Tonarm so hören, wie ich es mir wünsche. Und die herausragenden Eigenschaften eines My Sonic Lab Signature Gold oder Mutech Hayabusa genießen. Heißt das, dass die Reed Muse Laufwerke komplett neutral sind?

Aus meiner Sicht eben nicht ganz. Der Reibrad-Antrieb versieht jede Arm-/Tonabnehmer-Kombi mit diesem Tick mehr Schwung, mehr Spannung und vielleicht mehr Intensität als große Masselaufwerke, mit denen man die Reeds vergleichen könnte.

In jedem Fall kann ein solches Laufwerk eines fürs Leben werden. Und wenn man vor der Entscheidung steht, sich ein solches anzuschaffen, könnt ihr einen Muse gern bei mir probehören!

Test-Zitate zum Reed Muse 3c und Muse 1c

Logo LP Magazin

„… sorgen für einen Punch, wie ihn die Platten abspielende Welt kaum jemals erlebt hat … es tritt einen förmlich durch die Sofalehne … Mit Muse 1c und Tonarm 1X hat Reed ein absolutes Dream Team geschaffen. Die Kombination vereint Kraft, Timing und Akkuratesse auf allerhöchstem Niveau.“

LP Magazin, 2018, zum Reed Muse 1c mit Reed 1X
Fidelity Testzitat Trinnov Amethyst

„… Während … des Hörtests kristallisierte sich die nahezu perfekte Ausbalanciertheit des Muse in Verbindung mit den beiden Tonarmen als charakterisierende Eigenschaft heraus. Meine Empfehlung lautet daher eindeutig: Die Arme und das Laufwerk von Reed gehören zusammen. Üblicherweise fühlen sich Laufwerkshersteller … in der Pflicht, auch einen eigenen Tonarm anzubieten … Der Muse wurde für die Tonarme geschaffen. …“

Fidelity, zum Reed Muse 3c
Logo LP Magazin

„Ganz klar der innovativste Plattenspieler seit langer Zeit: Reibrad- und Riemenantrieb hochmodern realisiert, klanglich insbesondere im Reibrad-Modus eine Klasse für sich.“

LP Magazin, 2015, zum Reed Muse 3c

Anfrage zu Reed Laufwerken und Tonarmen

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